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25.08.2011, 00:35

Zinsverbot im Islam

Red hatte mich gefragt, wieso im Islam Zinsen verboten sind und was Leute mit einem Bankkonto machen, auf welches es Zinsen gibt.

So etwas beantworte ich am Liebsten mit Versen aus Quran und Sunnah, denn das ist für einen Muslim wichtig.

"Und weil sie Zinsen genommen haben, obwohl es ihnen bereits verboten worden war, und weil sie den Besitz der Menschen auf unerlaubte Art verschlungen haben, haben wir für die Ableugner unter ihnen eine schmerzliche Strafe bereitet." (4:161)

„Ihr, die glauben, fresst nicht den Zins mehrfach vervielfacht und fürchtet Allah, damit es euch vielleicht wohlergeht“ (3:130)

Dschabir Ibn Abdullah (ALLAHs Wohlgefallen mit ihm) berichtete:
Der Gesandte Allahs (ALLAHs Segen und Frieden mit ihm) verfluchte den Zinsnehmer, den Zinsgeber, sowie den Schreiber und die Zeugen eines Zinsvertrages und sagte: "Diese alle sind (in der Schuld) gleich."

Meine Erklärung:

Gründe für das Zinsverbot gibt es viele. Zum Beispiel häuft der Zinsnehmer sein Vermögen zu Lasten eines ärmeren, bedürftigen, Arbeiters auf. Es passiert das, was man weltweit sieht: Die Armen werden immer ärmer und die Reichen immer reicher. Dadurch wird diese Schere zwischen Arm und Reich immer größer... Die Folge sind soziale Konflikte, denn es zieht Neid, Unzufriedenheit und Misstrauen nach sich. Was passieren kann haben wir erst kürzlich in London gesehen.
Zinsen vermehren das Geld, ohne, dass man dafür arbeitet und der Gesellschaft einen Nutzen bringt. Es ist schlichtweg ungerecht.

Ich habe auch schon westliche Experten reden gehört, die die Wirtschaft, so wie sie fast in der ganzen Welt geregelt ist, zum Scheitern verurteilt sieht: wegen der Zinsen, weil Geld Geld hervorbringt. Auch die Wirtschaftskrisen sind laut dieser Experten nur wegen der Zinsen entstanden.

Was macht man nun, wenn man gezwungenermaßen ein Girokonto braucht, auf das man Zinsen bekommt?

Ich habe mal gehört, man darf das Ziunsgeld dann spenden, aber man darf nicht erwarten, dass es als gute Tat niedergeschrieben wird. Es ist einfach eine Art, das Haram-Geld wieder loszuwerden. Das Geld darf auch nicht für alles verwendet werden. Ich hab mal einen Sheikh gehört, der sagte, man soll damit Toilettenpapier kaufen und es in die nächste Moschee bringen *lach*.
Trotzdem muss man vermeiden, dass man solches Geld überhaupt bekommt. Evtl bietet die Bank ja auch ein zinsloses Konto an, wenn man nachfragt...

flowers

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25.08.2011, 01:05

Zitat

Aufgrund der steigenden Inflationsrate in Ägypten hat sich die ägyptische Zentralbank, unter Leitung des 1943 geborenen Dr. Farouq Abdel Baki Al Okda, dazu entschlossen die Zinsen in Ägypten um 50 Basispunkte anzuheben.

Damit stehen die Zinsen für über Nacht eingelagertes Geld nun bei 10 Prozent und die Zinsen für das von der Zentralbank Ägyptens geliehene Geld bei 12 Prozent. Hierbei handelt es sich bereits um die dritte Zinserhöhung im Jahr 2008. Zuvor gab es bereits im März eine Erhöhung um ebenfalls 50 Basispunkte und im Februar eine Erhöhung um 25 Basispunkte. Betroffen von den Zinserhöhungen ist ein Kapital von durchschnittlich 600 Millionen Ägyptischen Pfund, dass täglich über Nacht bei der Zentralbank gelagert wird.


Zinsen

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25.08.2011, 01:37

?(

Und die ägyptische Zentralbank hat mit dem islamischen Zinsverbot nun was zu tun?

4

25.08.2011, 02:17

das thema is ja eigentlich recht einfach, kurz und buendig
"arbeite fuer dein geld" und nicht "lass dein geld fuer dich arbeiten" :D
:f3: Together forever and never apart, maybe by distance but never by heart :knutsch:


Sissy

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25.08.2011, 07:27

Tatsache ist, dass man in Ägypten wesentlich mehr "Zinsen" bekommt, als anderswo. Wird, soviel ich weiß, irgendwie anders deklariert. Die meisten Ägypter haben kein Konto, sondern ein Sparbuch bei der Post. Da gibts pro Jahr ca. 9 % Zinsen.

Dass Zinsen im Islam verboten sind, resultiert auch noch aus den alten Zeiten, da seinerzeit erheblich Wucher damit getrieben wurde, was manche in den Ruin getrieben hat. Kein Land kann ohne Kredite leben. Dass dafür dann Zinsen bezahlt werden müssen, ist nachvollziehbar. Im Gegenzug brauchen die Banken ja Geld, um Kredite auszahlen zu können. Dass dafür dann auch Zinsen gezahlt werden müssen, wenn jemand sein Geld zur Verfügung stellt, ist klar. Nur - wie gesagt, es wird anders deklariert.

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25.08.2011, 12:11

Ich seh da trotzdem keinen Zusammenhang. Ob es ein Land, eine Bank oder Ahmed Ali macht oder nicht, ist mir egal. Für mich zählt das Verbot, welches zeitlos ist. Wäre es zeitlich begrenzt, aus irgendwelchen gründen, dann stünde geschrieben "das Zinsverbot gilt nur so lange, bis folgendes ... eintrifft".

Fakt ist ja auch, dass Zinsen immer noch Mensche, ja sogar ganze Länder kaputt macht. Oder was meint ihr, ist derzeit in Griechenland los? Das Land wird nur von den Zinsen aufgefressen. Also hat das Zinsverbot für mich auch heute noch ganz eindeutig eine Daseinsberechtigung.

Red

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25.08.2011, 21:37

:danke: :danke: :danke: für die Aufklärung Ummamina - eine mögliche Erklärung warum mein :k60: kein Konto haben möchte ^^
Denn vielleicht hänge ich so sehr an Dir, weil ich Dich erfinde. Manchmal stimmst Du allerdings mit Deinem Bild überein. Jedenfalls nährst Du es.
(Antoine de Saint-Exupéry, Briefe an Rinette)
:sonne:

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25.08.2011, 22:39

Na ja, es gibt ja auch in EGY Banken, da gibt es keine Zinsen.. islamische, meine ich.

Die Verschuldung armer Länder ist riesig und die Zinsen entsprechend hoch, das stimmt.
:winkewinke:

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